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Ausbildung und Studium

Expertentipp von Dr. Hans-Georg Kny,
Siemens Professional Education, München


Duale Studiengänge - Chancen von Schulabsolventinnen und Schulabsolventen mit (Fach-) Hochschulreife


Viele Jahre gebüffelt, die Prüfungen bestanden, die (Fach-) Hochschulreife in der Tasche, die Schule verlassen - und dann?

Bevorzugt gibt es leider darauf oft nur zwei Antworten: "Klar, ich gehe auf die Uni - was denn sonst?!". Oder: "Ich besuche die Fachhochschule, weil ich Theorie und Praxis miteinander verbinden möchte".

Andere Wege? Ja, zuerst vielleicht noch Bundeswehr oder Zivildienst. Oder: Einfach mal Pause machen (toll!!). Und weiter? Meist Fehlanzeige. Schade.

Schade, denn viele Unternehmen bieten solchen Schulabsolventinnen und Schulabsolventen attraktive duale Studiengänge an. Schade, weil gerade in solchen Studiengängen große Chancen für die Studentinnen und Studenten und die Unternehmen liegen.

Viele Firmen kooperieren bei dualen Studiengängen mit Hochschulen und legen gemeinsam mit ihnen die zu vermittelnden Wissensinhalte fest. In diesem Paket ist auch die Verteilung geregelt, wann Theoriestoffe aus der Hochschule im Unternehmen praktisch umgesetzt werden. Unterstützt werden die jungen Leute meist durch ein Stipendium ihrer Firma, so dass sie sich ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren können.

Der Reihe nach:

Duale Studiengänge beinhalten zwei Komponenten, einen IHK-Abschluss und gleichzeitig einen Hochschulabschluss (deshalb dual). Dazu zwei Beispiele: Der Studiengang "Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaften" (inkl. der IHK-Abschluss zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau) oder der "Bachelor of Engineering in Elektrotechnik" (inkl. der IHK-Abschluss zum Elektroniker/zur Elektronikerin für Automatisierungstechnik).

Kurze Klärung zum Bachelor:

Im so genannten Bologna-Prozess hat man sich in Europa geeinigt, spätestens im Jahre 2010 vergleichbare Abschlüsse anzubieten. Und zwar vergleichbar in

  • Inhalten

  • Noten

  • Studiendauer

  • Studienabschluss

Die Studentinnen und Studenten können somit an verschiedenen europäischen Universitäten studieren, und die Studienabschlüsse sind innerhalb Europas vergleichbar.

Zurück zum dualen Studium:

Sein Ablauf lässt sich in vier Teile gliedern: Die Studentinnen und Studenten

  • belegen an der Hochschule Vorlesungen

  • machen in dem Unternehmen zusätzlich eine IHK-Ausbildung

  • bekommen bei vielen Firmen noch weitere Zusatzkurse, z. B. zu DV-Kenntnissen, in Englisch oder Präsentationstechniken

  • leisten Praktika in verschieden Fachabteilungen ihres Unternehmens ab

Duale Studiengänge sind also kein Ding für Arbeitsscheue: Statt langer Semesterferien gibt es jährlich nur sechs Wochen Urlaub. Ihr dicker Gewinn: Sie bieten dafür den Absolventen exzellente berufliche Aussichten:

Nach wenigen Jahren (meist vier) haben sie gleich zwei anerkannte Abschlüsse, den Bachelor von der Hochschule und einen IHK-Abschluss.

Sie kennen gleichzeitig durch ihre Praktika verschiedene Abteilungen des Unternehmens bereits gut.

Sie verfügen somit über die Fähigkeit, die gelernte Theorie in der Praxis effizient und effektiv anzuwenden.

Auch die Unternehmen ziehen Pluspunkte aus diesen Kooperationen mit Hochschulen. Die Studentinnen und Studenten haben während ihres Studiums stets einen intensiven und realen Praxisbezug, und die spätere Einarbeitungszeit ist bereits in der Ausbildungs- bzw. Studienzeit integriert. Ebenso ist die Bachelor-Arbeit in der Regel eng mit einem Thema aus dem Unternehmen verbunden.

Mein Tipp: Die Ausbildungsseiten der Unternehmen im Internet durchstöbern und gezielt nach dualen Studiengängen suchen. Die Vorteile kennen Sie, handeln Sie jetzt.


Dr. Hans-Georg Kny

Siemens Professional Education
München


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