Bewerben bei Siemens
Interview mit Uwe Regitz, Leiter der Siemens Berufsbildung, Region Südbayern zum `Bewerbungsprozess bei Siemens´
Herr Regitz, es ist oft von Kernkompetenzen die Rede. Welche besonderen Kompetenzen sollte man mitbringen, wenn man bei Siemens erfolgreich ein Praktikum oder eine Ausbildung absolvieren will?
Uwe Regitz: Es sind die gleichen Kompetenzen, auf die fast jedes Unternehmen achtet: gute Sprachkompetenzen in Deutsch, möglichst auch in Englisch wegen der Internationalität der Arbeitswelt, und sichere Kenntnisse in Mathematik und (für unsere technischen Berufe) in Physik. Fast nicht mehr erwähnen muss man, dass für die von uns angebotenen Ausbildungs- und Studiengänge gute PC-Kenntnisse (mindestens MS-Office, Internet) und Spaß im Umgang mit dem PC Voraussetzung sind. Gute Allgemeinbildung, angemessenes Auftreten und Basiswissen über den Beruf, den man erlernen möchte, sind selbstverständlich.
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Englisch ist wegen der internationalen Ausrichtung von Siemens ein großes Plus bei der Bewerbung. © iStockphoto.com/ David H. Lewis |
Siemens setzt mittlerweile weniger auf Schulnoten bei der Auswahl des Nachwuchses. Wichtiger ist die individuelle Eignung des Bewerbers für die Anforderungen der Siemens AG. Wie kam es zu diesem Wechsel in der Gewichtung?
Uwe Regitz: Die Frage ist so nicht ganz richtig gestellt, denn es gibt keinen Wechsel in der Gewichtung. Schulnoten werden weiterhin wichtig sein. Ohne gute Mathematik-Kenntnisse wird man sich im Elektrotechnik-Studium nicht nur sehr schwer tun, sondern wahrscheinlich sogar scheitern. Es kommt hier vor allem darauf an, welchen Beruf man erlernen möchte. Und wir haben auch in der Vergangenheit schon immer die individuellen Fähigkeiten der Bewerber und Bewerberinnen in den Vordergrund gestellt. Aber es ist richtig, dass wir in unserem Bewerbungsverfahren einiges geändert haben, so dass nun die persönliche Eignung aller unserer potentiellen Nachwuchskräfte für uns sichtbar wird und das erste Auswahlkriterium unabhängig von der Abschlussnote ist.
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Auch für Weltkonzerne wie Siemens sind motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter die Grundlage für Erfolg. |
Durch ein ausgeklügeltes Auswahlverfahren sichern Sie sich passgenau zu den Erfordernissen Ihres Konzerns die besten Schülerinnen und Schüler. Können Sie diesen Recruiting Prozess für uns skizzieren?
Uwe Regitz: Wir setzen schon seit Jahren ausschließlich auf die Online-Bewerbung. Daher senden wir alle schriftlichen Bewerbungen zurück mit einem Link zu unserem Bewerbungsportal, Zugangsdaten und der Bitte, sich online zu bewerben.
Bisher mussten wir aus den Bewerbungsdaten und einem kleinen Vortest die Bewerber und Bewerberinnen auswählen, die wir zu unserem Eignungstest einladen. Erst danach fanden an einem zweiten Termin die finalen Auswahlgespräche statt. Seit September muss nun jeder, der sich bei uns online bewirbt, nach Eingabe der persönlichen Daten einen vollständigen Eignungstest bearbeiten, den wir Online Assessment nennen. Erst nach Abschluss dieses Eignungstests – dazu hat man lange 14 Tage Zeit – wird die Bewerbung in unserem Recruiting Center sichtbar.
Zu jedem der einzelnen Testmodule gibt es genügend Möglichkeiten zu üben. Viele Informationen für eine reibungslose und gute Bewerbung findet man auf unserer Homepage unter www.siemens.de/ausbildung ---> "Bewerbungstipps". Diese sollte man sich alle anschauen, z. B. besteht da auch die Möglichkeit, die verschiedenen Arten von Tests unseres Online Assessments durchzuspielen. Und es gibt einen "Jobnavigator", mit dem den vielleicht idealen Beruf finden kann.
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Praktika kommen beim zukünftigen Arbeitgeber gut an, am meisten bringen sie aber dem jungen Menschen für die eigene Entwicklung. © iStockphoto.com/ Catherine Yeulet |
Als bekanntes Unternehmen bekommt Siemens sehr viele Bewerbungen, hieraus werden anschließend wenige Bewerber ausgewählt. Hat man als Jugendliche/r überhaupt eine Chance genommen zu werden?
Uwe Regitz: Natürlich hat man das. Es gibt neben den Mode-Berufen auch Ausbildungs- und Studiengänge, in denen es gar nicht so viele Mitbewerber sind wie man vielleicht denkt. Und es gibt auch Standorte, an denen die Bewerbungssituation teilweise schon heute durch die demographische Entwicklung als kritisch bezeichnet werden kann. Natürlich muss man dann als Bewerber auch mal flexibel sein im Hinblick auf den angestrebten Beruf oder den Ausbildungsort.
Siemens bietet eine Vielzahl an Ausbildungsberufen, darunter sind viele technische Berufsbilder. Herrscht auch bei den Schülerinnen eine große Nachfrage nach diesen Ausbildungsplätzen?
Uwe Regitz: Leider müssen auch wir sagen, dass sich viel zu wenige Bewerberinnen bei uns melden für die technischen Ausbildungs- und Studiengänge. Würde sich die letzte Frage nur auf das weibliche Geschlecht beziehen, so wäre die Antwort: Es bestehen riesige Chancen.
Siemens hat sprungbrett Bayern, die größte Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler in Bayern, von Anfang an unterstützt. Bringen Praktika dem Jugendlichen etwas für die spätere Bewerbung bei Siemens?
Uwe Regitz: Es ist sicher hilfreich, wenn man schon mal seine positiven Spuren hinterlassen hat im Laufe eines Schülerpraktikums. Aber am meisten bringt das Praktikum dem Praktikanten beziehungsweise der Praktikantin für die persönliche Entwicklung.
Herr Regitz, vielen Dank für das Interview.





