Handbuchbinder
Handbuchbinder / Handbuchbinderin
Zugegeben, in Zeiten des World Wide Web, in denen man sich alle Informationen auf sein Handy oder sein Notebook laden kann, nimmt kaum jemand noch ein Buch aus Papier in die Hände. Und wenn doch, dann handelt es sich meist um ein Taschenbuch, das man gut mitnehmen und nach Gebrauch dann eben wegwerfen oder weitergeben kann. Mit dieser Art von Büchern hat eine Ausbildung im Beruf Handbuchbinder/Handbuchbinderin nichts zu tun. Denn das, was der Handbuchbinder in die Hände nimmt, ist wirklich wertvolles Material. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Einbände für Bücher aus dem 16. Jahrhundert oder um ein wertvolles Lexikon, das durch unsachgemäße Lagerung beschädigt wurde. Du würdest möglicherweise mit Folianten – das sind Bücher mit größeren Buchseiten (deren Größe sich dadurch ergibt, dass der ursprüngliche Papierbogen, der den Maßen des traditionellen römischen Pergamentbogens entspricht, nur einmal gefaltet ist) - arbeiten. Diese kann man nicht einfach mal unterwegs schnell durchlesen. Man stellt sie in Regale und erfreut sich daran. Man bringt sie in Archiven unter, damit zum Beispiel Historiker sie als Quellen für ihre Arbeit heranziehen und wichtige historische Argumente formulieren können.
Bei deiner Arbeit handelt es sich um einen ausgesprochenen Handwerksberuf und die Produkte, die du herstellst, sind Kleinstauflagen oder gar Unikate, wie zum Beispiel die Diplomarbeit eines angehenden Ingenieurs. Dein Arbeitsmaterial ist ganz unterschiedlich. Du wirst mit Papier und Karton, aber auch Kunststofffolien, Textilien, Pergament, Leder und Wattiermaterialien arbeiten. Für den Buchschnitt und die Prägung des Einbands verwendest du Blattgold bzw. Goldfolien oder auch Messing. Du musst für diesen Beruf nicht selbst wirklich gern lesen, aber eine gewisse Liebe zum Detail und zum Werkstoff Papier oder Pergament musst du schon mitbringen.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet abwechselnd in Berufsschule und anerkanntem Ausbildungsbetrieb statt. Da die Zahl der Berufsschulen, die für dieses Berufsziel ausbilden, in Bayern gering ist, musst du dich auf Folgendes einstellen:
Du hast einen Ausbildungsvertrag und der Sitz deines Ausbildungsbetriebes ist im Schulsprengel Oberbayern, Niederbayern oder Schwaben? Dann findet dein Unterricht im Beruflichen Schulzentrum Alois Senefelder in München statt.
Auszubildende aus den übrigen bayerischen Regierungsbezirken besuchen im
1. Ausbildungsjahr die Berufsschule 6 in Nürnberg. Erst im 2. und 3. Ausbildungsjahr findet der Berufsschulunterricht für ganz Bayern am Beruflichen Schulzentrum Alois Senefelder statt. Wenn du dann nicht täglich heimfahren kannst, musst du dir keine Sorgen machen. Es stehen Plätze in Wohnheimen zur Verfügung. Während der Ausbildung verdienst du durchschnittlich 456 Euro monatlich.
Informationen über diesen Beruf erhältst du zum Beispiel bei:
Buchbinderinnung München-Oberbayern
Sibeliusstrasse 20
81245 München
Telefon: 089 - 83 51 11
Telefax: 089 - 83 51 11
E-mail: info@buchbinder-innung.de
http.//www.buchbinder-innung.de/
Berufliches Schulzentrum Alois Senefelder:
80335 München, Pranckhstraße 2
Telefon 0 89/2 33-3 57 99
Telefax 0 89/2 33-3 58 00
sekretariat@senefelder.musin.de
http://www.senefelder.musin.de/
Speziell zur Ausbildung findest du Interessantes unter:
http://www.buchbinder-werden.de/
Eine Zusammenfassung unterschiedlicher Links rund um den Buchbinder:
http://www.pressbengel.de/verweise.html
Weitere Informationen kannst du im BERUFENET der Datenbank für Tätigkeits- und Ausbildungsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit nachlesen.


