Haupt-/ Mittelschule
Berufliche Orientierung an der Haupt- /Mittelschule
Situation 
Meldungen über die angespannte Arbeitsmarktlage gehören zwischenzeitlich zur Medienroutine. Die erschreckend hohe Jugendarbeitslosigkeit macht dabei besonders betroffen. Gerade Haupt- / Mittelschüler, die in der Regel früher als andere Jugendliche in das Arbeits- und Wirtschaftsleben eintreten, sind einem starken Konkurrenzdruck durch die Absolventen von Realschule und Gymnasium ausgesetzt, die nun auch in ehemals mehrheitlich von Schürerinnen und Schüler der Haupt-/Mittelschule besetzte Berufsfelder vordringen. Umso größer ist die Bedeutung, die dem Berufswahlunterricht in der Haupt- / Mittelschule zukommt. Im Zentrum des Lernfeldes Arbeit-Wirtschaft-Technik angesiedelt, umfasst er als curricular strukturierter Prozess die Jahrgangsstufen 5 bis 10.
Zielsetzung
Das Ziel, die Schüler zur Berufswahlreife zu bringen, gilt für eine äußerst heterogene Klientel: Die Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Kulturkreisen, besitzen deutsche oder nichtdeutsche Muttersprache, streben unterschiedliche Abschlüsse an, ihre Leistungen bewegen sich innerhalb eines breiten Spektrums.
Eine reflektierte Entscheidung für einen Ausbildungsberuf als Ausdruck von Berufswahlreife berücksichtigt individuelle Voraussetzungen und Wünsche ebenso wie ökonomische Gegebenheiten. Deshalb wird im Berufswahlunterricht die Erreichung objektiv-fachlicher sowie persönlicher, die Individualität des Schülers berücksichtigende Ziele angestrebt. Geht es zum einen beispielsweise darum, die Vielfalt der Berufe zu strukturieren, den Wert einer qualifizierten Ausbildung zu vermitteln, formelle Anforderungen einer Bewerbung aufzuzeigen oder Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes transparent zu machen, so soll der Schüler auf der anderen Seite in erster Linie dazu befähigt werden, sich selbst realistisch einzuschätzen und die Berufswahl in die eigene Lebensplanung zu integrieren.
Kooperation
Das primäre Ziel des Berufswahlunterrichts, die Schüler an das Arbeits- und Wirtschaftsleben heranzuführen, legt es nahe, deren Vertreter in den Lernprozess einzubeziehen. Die Zusammenarbeit mit der Berufsverwaltung, mit Betrieben, Versicherungen und Geldinstituten sowie die Organisation von bzw. die Teilnahme an speziellen Veranstaltungen, wie Berufsbildungsmessen oder Bewerbungstrainings, schaffen einen Bezug zur beruflichen und wirtschaftlichen Wirklichkeit und dienen der Gewinnung von Expertenwissen.
Methoden
Eine starke Praxisanbindung gewährleisten auch die im Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik realisierten Lehr- und Lernmethoden. Hier sieht der Lehrplan Betriebserkundungen, Projekte, Simulationsverfahren (Fallbeispiele, Planspiele), Praktika, die Leittextmethode sowie die Gründung einer Schülerfirma vor. Das Betriebspraktikum als Hochform handlungsorientierten, realitätsnahen Lernens stellt dabei – bei professioneller Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung – wohl eine der umfassendsten und zugleich effektivsten Maßnahmen im Rahmen des Berufswahlunterrichts der Hauptschule dar.
Mitarbeiter der Leitfäden und Ratgeber für die Haupt- / Mittelschule:
Leitung des Arbeitskreises „Online-Börse“:
Wolfgang Schierl, Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), München
Mitglieder des Arbeitskreises „Online-Börse“:
Roland Dörfler, Martina Rist-Aichner
Erfolgskriterien für die Haupt- / Mittelschule
Im Juli 2007 unterzeichneten der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus Siegfried Schneider, Präsident des Bayerischen Handwerktages Heinrich Traubliger, der Hauptgeschäftsführer des bayerischen Industrie und Handelstages Dr. Reinhard Dörfler und das geschäftsführende Präsidiumsmitglied der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Bertram Brossardt den Kriterienkatalog zur Hautschulinitiative.
Hier finden Sie das Dokument zum Download.
Grundanforderungen der Ausbildungsreife


