Neigung / Eignung
Expertentipp von Marcellus Menke M.A., Career Service, Köln
Mit Fragen fit für die Zukunft
Abitur und was dann? Diese Frage stellt sich jedes Jahr für eine ganze Generation von Abiturientinnen und Abiturienten. Eine Antwort: Studieren! Eine gute Antwort? Ja, sagt zum Beispiel Dr. Dieter Grühn. Er leitet den Arbeitsbereich Absolventenforschung der FU Berlin. Die Beschäftigungsaussichten für Akademikerinnen und Akademiker sind immer noch ein gutes Stück besser als die anderer Berufsgruppen. Studien belegen das über Jahrzehnte mit großem Nachdruck.
Der erste Schritt auf dem Weg zu einem erfolgreichen Studium heißt Informationen sammeln, denn an den Hochschulen verändert sich viel. Auf Hochtouren arbeitet man daran, dass neue Studiengänge flächendeckend angeboten werden können. Der neue Abschluss heißt Bachelor. Er führt schneller zum Ziel und macht fit für den Berufseinstieg. Soweit die Theorie. In der Praxis muss sich das neue Angebot noch bewähren. Die Wirtschaft hat versprochen für Bachelor-Absolventen attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.
Auch wenn der Name einheitlich ist, das was sich hinter dem jeweiligen Studiengang verbirgt, ist von Hochschule zu Hochschule sehr unterschiedlich. Da heißt es, die richtige Wahl treffen. Fragen helfen weiter. Zum Beispiel: Was macht mir besonders viel Spaß? Was kann ich besonders gut? Wie möchte ich später arbeiten? Womit will ich mein Geld verdienen? Wie will ich später leben? Die Antworten, vielleicht einmal mit einem dicken Filzstift auf bunte Kärtchen geschrieben und an die Pinnwand über dem Schreibtisch geheftet, helfen die Richtung zu erkennen, in die sich die eigene Karriere entwickeln soll. In dieser Phase der Entscheidungsfindung ist es erlaubt zu träumen. Die Wünsche sollen sich zunächst unabhängig von Vorgaben anderer entwickeln. Es geht erst einmal darum, herauszufinden, was man wirklich will. Das ist gar nicht so einfach. Oft dominieren von Eltern und Freunden oder auch aus den Medien übernommene Vorstellungen. Natürlich ist die Arbeitsmarktlage in vielen Branchen schwierig und nicht mit jedem Traumberuf lässt sich auch traumhaft Geld verdienen. Doch keiner der Experten kann sagen, in welche Richtung sich der Arbeitsmarkt mittel- und langfristig entwickeln wird. Die besten Chancen hat derjenige, der das studiert hat, was ihm wirklich Spaß macht. Wer jetzt von seinem Studium überzeugt ist, der überzeugt dann auch später, wenn es darum geht, einen guten Job zu finden. Also: Das wählen, was den eigenen Wünschen am meisten entspricht.
Doch wer wählen will, muss auch wissen, was er wählen kann. Freunde, Geschwister, Eltern, Lehrer und auch Institutionen wie die Bundesagentur für Arbeit bieten Informationen an. Doch sie alle haben noch keine richtigen Erfahrungen mit den neuen Studiengängen. Zentrale Studienberatung, so heißt an den meisten Hochschulen die Einrichtung, die für diese Fragen der richtige Ansprechpartner ist. Hier laufen die Informationen über Studiengänge und Studienangebote, über Zulassungsvoraussetzungen und Kombinationsmöglichkeiten zusammen. An jeder Universität bietet die Zentrale Studienberatung Informationsveranstaltungen speziell für Schülerinnen und Schüler an und hat Broschüren und ein umfangreiches Informationsangebot im Internet. Der große Vorteil: Hier erfahre ich ganz konkret, was ich in einem bestimmten Studiengang an dieser Hochschule erwarten kann. Und dann gibt es immer auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung. Die sollte man nutzen!
Bleibt noch die Frage: Wie finde ich die richtige Hochschule, den richtigen Studiengang? Zunächst einmal ist das die Frage nach dem Profil und der fachlichen Kompetenz der Hochschule. Hochschulen haben einen bestimmten Ruf. Hochschulrankings geben Auskunft darüber, welche Fachrichtungen und Fächer an welcher Hochschule als besonders gut gelten. Dann stellen sich Fragen wie: Was tut die Hochschule ganz konkret für den Berufseinstieg ihrer Absolventinnen und Absolventen? Gibt es die Möglichkeit, im Studium Zusatzqualifikationen zu erwerben? Gibt es in das Studium integrierte Praktika, vielleicht auch im Ausland? Gibt es einen aktiven Career Service, der mit Bewerbungsberatung und Karriere Coaching individuell Unterstützung anbietet? Auch die Dauer des Studiums und die Möglichkeit eines sich anschließenden Master Studiengangs sind ein wichtiges Kriterium.
Am Anfang stehen also vor allem Fragen. Sie richtig und rechtzeitig zu stellen ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium, das dann auch beste Chancen für einen guten Berufseinstig bietet.
Marcellus Menke M.A.
Leiter von "KIQ - Career Service der Universität zu Köln"


