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Beruf des Monats: Augenoptiker

Brille (C)LeeChangmin Pixabay

„Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“ – Das wusste schon der französische Schriftsteller Dumas und jeder, der im Alltag auf eine Brille angewiesen ist, würde ihm zustimmen: Nur mit der richtigen Brille lässt sich das Leben scharf in den Blick bekommen.

Und hier kommt der Augenoptiker ins Spiel: Die richtige Brille kennt nur er. Und noch viel mehr: Der Augenoptiker weiß nicht nur, durch welche Brille der Kunde die Welt wieder scharf sieht, er weiß auch, mit welcher Brille er so richtig gut aussieht. Der Augenoptiker ist Techniker, Helfer und Trendsetter zugleich. Neugierig geworden? Dann aufgepasst – diesen Monat stellen wir dir diesen spannenden Ausbildungsberuf vor.

Das machst du während deiner Ausbildung

Die Ausbildung zum Augenoptiker ist eine klassische duale Ausbildung: Das heißt, dass sich die dreijährige Ausbildungszeit in zwei Blöcke aufteilt.

In der Berufsschule, die entweder tageweise oder in Form von mehrtägigen Blöcken (Blockunterricht) stattfindet, lernst du die wichtigen theoretischen Grundlagen für den Beruf des Augenoptikers kennen. Der Unterricht in der Berufsschule ist in verschiedene Lernfelder aufgeteilt: So werden beispielsweise verschiedene Typen von Fehlsichtigkeit behandelt, um dir das theoretische Grundwissen an die Hand zu geben, damit du im Berufsalltag den Kunden kompetent individuelle Lösungen von der Beratung bis zur fertigen Sehhilfe anbieten kannst.

Astigmatismus? Myopie? Das klingt für dich spanisch? Keine Angst: Am Ende der Theoriephase in der Berufsschule kennst du dich aus! Du lernst, welche Brillen für wen geeignet sind, wie Fehlsichtigkeiten am besten korrigiert werden können und wie man Brillen anpasst oder repariert. Darüber hinaus erwirbst du kaufmännische Grundkenntnisse, um die Verwaltungsaufgaben im Berufsalltag bewältigen zu können.

Für den Beruf des Augenoptikers ist aber nicht nur theoretisches Wissen zentral: Auch technisches Know-How ist ungemein wichtig. Aus diesem Grund gibt es in vielen Berufsschulen neben dem Unterricht in Klassenräumen auch technisch-handwerkliche Schulungen in schulinternen Werkstätten. Während deiner Ausbildung zum Augenoptiker lernst du hier die Bearbeitung von Werkstoffen für Brillenfassungen, Bügel sowie die Bearbeitung von Kunststoff und Metall.

In der Praxisphase im Unternehmen wendest du das erlernte Wissen aus der Berufsschule konkret an: In Werkstatt und Büro setzt du das Gelernte bei der Anfertigung von Brillengestellen oder in der Verwaltung von Aufträgen um. Und schon in der Ausbildung arbeitest du direkt mit dem Kunden und feilst an deiner Beratungstechnik: Denn neben dem Büro und der Werkstatt ist der Verkaufsraum deines Ausbildungsbetriebs dein zentrales Arbeitsumfeld.

Das machst du später im Beruf

Frau mit Sonnenbrille (C)danielsampaioneto Pixabay

Ein Kunde betritt das Geschäft. Völlig aufgelöst, da das Gestell seiner Brille verbogen und ein Glas herausgefallen ist. Dem Kunden bei seinem Problem behilflich zu sein, ist nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum Augenoptiker kein Problem: Mit handwerklichen Geschick löst du die Verschraubung des Brillengestells, setzt das Glas wieder ein und bringst die Brille in Form.

Das ist nur ein mögliches Szenario im spannenden Berufsalltag des Augenoptikers. Reparaturen an Brillen gehören zum Tagesgeschäft. Ihre Neuanfertigung nach den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden sowie den Vorgaben des Augenarztes macht einen weiteren Teil der Beschäftigung aus. Dazu gehört zunächst die Beratung des Kunden: Welches Gestell wäre stilistisch passend? Und in welcher Preisklasse darf sich die Brille bewegen?

Da Kunden das Geschäft oft mit nur einer ungefähren Vorstellung von ihrer neuen Brille betreten, nimmt der Augenoptiker nicht nur die Funktion eines Verkäufers ein: Er ist viel mehr Berater mit Einfühlungsvermögen. Wenn die Messung der Sehleistung nicht vom Augenarzt vorgenommen wurde, ist es auch die Aufgabe des Augenoptikers mittels moderner Messtechnik die Sehstärke zu bestimmen. In der Werkstatt fertigt der Augenoptiker dann die entsprechende Brille an.

Das solltest du mitbringen

Optikerin (C)MrsBrown Pixabay

Die beiden Hauptarbeitsfelder des Augenoptikers sind die Werkstatt und der Verkaufsraum: Für die Werkstatt solltest du besonders technisches Geschick und Freude an handwerklichen Arbeiten mitbringen. Wichtig sind darüber hinaus noch Genauigkeit und Sorgfalt, da die Arbeit an Brillengläsern und –gestellen eine sehr feine ist und oft der Millimeter entscheidet.

Für den Verkaufsraum ist es vor allem wichtig, dass du kontaktfreudig bist. Für den Kontakt mit den Kunden solltest du Freude am Beraten haben und geduldig sein können (oft wissen die Kunden nicht sofort, was genau sie denn eigentlich wollen). Der Augenoptiker ist aber wie gesagt nicht nur Techniker und Helfer – sondern auch Trendsetter: Du berätst die Kunden auch in Stilfragen. Hierfür können ein Form- und Schönheitssinn hilfreich sein.

Das bringt dir die Zukunft

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Die Zukunftschancen in der Optikerbranche stehen nicht schlecht. Die technische Entwicklung wird auch weiterhin noch sehr viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Augenoptiker eröffnen.

Augenoptiker mit Gesellenbrief haben die Möglichkeit, sich auf verschiedene Bereiche durch verschiedene Lehrgänge, Seminare, Weiterbildungen etc. zu spezialisieren. Nach der Ausbildung zum Augenoptiker kannst du auch die Prüfung zum Augenoptikermeister oder zum staatlich geprüften Augenoptiker ablegen: Als Augenoptikermeister oder staatlich geprüfter Augenoptiker besitzt du die Berechtigung zur Brillenglasbestimmung und Kontaktlinsenanpassung.

Für Augenoptikermeister gehören nicht nur die Abwicklung von Aufträgen zum Alltag, sondern die Organisation des ganzen Betriebs: Du träumst von einem eigenen Laden? Mit dem Meistertitel hast du die Chance, dich selbstständig zu machen und dich mit deinem eigenen Optikerladen zu verwirklichen. Der Meisterbrief eröffnet dir auch die Möglichkeit, an die Uni zu gehen und zum Beispiel ein Studium der Optometrie zu absolvieren. Dieses Fach macht dich in drei Jahren zum Experten aller Arten von Fehlsichtigkeiten, Sehfunktionen und -korrekturen.

Auf einen Blick

Berufsbezeichnung

Augenoptiker/in

Dauer der Ausbildung

3 Jahre

Erforderlicher Schulabschluss

Mittlere Reife (oder vergleichbarer Abschluss)

Schulisches Vorwissen

Mathe, Physik, Biologie, Werken/Technik

Ausbildungsvergütung

500 € brutto (1. Lehrjahr) – 700 € brutto (3. Lehrjahr)

Einstiegsgehalt

1400 – 2200 € brutto

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen- und Berufsbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

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