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Beruf des Monats: Baustoffprüfer/-in

Arbeitsschutz (C)Aintschie Pixabay

Stell dir vor, es ist ein sonniger Samstag. Du steigst in dein Cabrio und machst eine kleine Ausfahrt über die Landstraße. Doch was ist das? Die Straße vor dir ist auf einmal voller Schlaglöcher und Unebenheiten: Das Fahrvergnügen ist dahin. Und die Schäden auf der Straße sind nicht nur störend. Jedes Jahr passieren viele schwerwiegende Unfälle aufgrund sogenannter ‚Blow Ups‘ (Fahrbahnschäden durch aufgeplatzte Straßenbeläge). Und an dieser Stelle kommt eine Person ins Spiel, deren spannenden Ausbildungsberuf wir dir diesen Monat vorstellen möchten: Der Baustoffprüfer.

Baustoffprüfer sorgen dafür, dass solch gefährliche Situationen wie Fahrbahnbeschädigungen gar nicht erst zustande kommen und Straßen sowohl bei eisiger Kälte sowie starker Hitze gerade und ebenmäßig bleiben. Bevor überhaupt etwas gebaut wird, kommt der Baustoffprüfer zum Einsatz und überprüft, ob eine gute ‚Basis‘ für den Bau vorhanden ist: Egal ob für eine Straße oder ein Einfamilienhaus.

Der Beruf des Baustoffprüfers ist also nicht nur spannend, sondern auch enorm wichtig für ein sicheres Bauvorhaben. Also Vorhang auf für unseren Beruf des Monats!

Das machst du während deiner Ausbildung

Die Ausbildung zum Baustoffprüfer dauert drei Jahre und ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass die Ausbildung parallel in deinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet. Im Betrieb werden dir die notwendigen praktischen Kenntnisse vermittelt, in der Berufsschule die theoretischen.

Als Baustoffprüfer brauchst du gute Kenntnisse in Physik und Chemie, damit du weißt, wie du die physikalischen Eigenschaften von Baurohstoffen, Bauprodukten und Böden untersuchen kannst und die chemischen Kenngrößen der Proben bestimmst. Dabei sind auch mathematische Fähigkeiten wichtig: Beispielsweise bei der Berechnung der richtigen Verhältnisse für Labormischungen musst du gut mit Zahlen hantieren können. Aber keine Panik! Deine naturwissenschaftlichen Fähigkeiten wirst du in der Berufsschule ausbauen können, sodass ‚höhere‘ Mathematik, Physik und Chemie sowie die Arbeit im Labor kein Problem für dich darstellen werden.

In deinem Ausbildungsbetrieb wirst du mit der praktischen Seite des Berufs vertraut gemacht. Im Betrieb wird dir dein Ausbilder zeigen, wie du bei der Überprüfung von Bauprodukten oder Baurohstoffen vorgehst. Je nach dem in welchem Betrieb du deine Ausbildung absolvierst, kann es sein, dass du dich auf bestimmte Baustoffe spezialisieren wirst. Relevant in allen Betrieben ist aber, dass du zuerst mit den Sicherheitsvorschriften im Labor vertraut gemacht wirst und lernst, wie Baustoffprüfungen durchgeführt werden. So wirst du beispielsweise lernen, wie du Asphaltgemische mit verschiedenen Testverfahren auf seine physikalischen und chemischen Eigenschaften prüfst (z.B. Dichte, Wasserduchlässigkeit usw.). Dabei wirst du aber nicht nur lernen bestehende Asphaltmischungen zu prüfen, sondern auch, wie du selbst Asphalt herstellt und ihn je nach Anforderung anpassen kannst.

Das machst du später im Beruf

Schubkarre (C)sandid Pixabay

Bevor ein Einfamilienhaus auf einem Baugrundstück oder einer freien Fläche gebaut werden kann, muss der Baustoffprüfer vor Ort Proben entnehmen und das Grundstück prüfen. Wenn der Untergrund beispielsweise sehr locker und sandig ist und deshalb leicht einsackt, kann auf diesem Boden natürlich kein tonnenschweres Gebäude gebaut werden. Der Baustoffprüfer untersucht also die Dichte des Bodens, dessen Tragfähigkeit und Wasserdurchlässigkeit.

Wenn die Überprüfung abgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach dem passenden Baumaterial. Schließlich möchte die Familie in ihrem Haus später nicht frieren oder im Sommer schwitzen. Der Baustoffprüfer analysiert daher im Labor Baumaterialien wie Beton und Mörtel auf ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften und entscheidet anhand von Normtabellen, ob sie für das jeweilige Bauvorhaben geeignet sind.

Im Arbeitsalltag erhalten Baustoffprüfer Aufträge von der Laborleitung oder direkt vom Kunden. Die Arbeit des Baustoffprüfers findet dabei drinnen sowie draußen statt: Er kommt im Labor und auf der Baustelle zum Einsatz. Dabei nimmt er zuerst Proben von Boden und Baumaterialien, untersucht diese dann im Labor auf ihre Einsatzfähigkeit, wertet die Ergebnisse zum Schluss aus und stellt sie für den Kunden leicht verständlich und anschaulich am PC zusammen. Wie du siehst, ist die Arbeit des Baustoffprüfers sehr abwechslungsreich und Langeweile kommt nie auf: Jedes Projekt ist eine neue spannende Herausforderung.

Das solltest du mitbringen

Am allerwichtigsten ist wohl, dass du als Baustoffprüfer dazu bereit bist, Verantwortung zu übernehmen und sehr sorgfältig arbeiten kannst. Immerhin sind letztlich die Ergebnisse deiner Untersuchung dafür verantwortlich, ob das Bauvorhaben erfolgreich durchgeführt werden kann oder nicht. Es ist daher sehr wichtig, dass du deine Analysen mit großer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit durchführst.

Darüber hinaus solltest du Interesse an Untersuchungen und Arbeit im Labor mitbringen, da dies ein großer Bestandteil deiner zukünftigen Arbeit sein wird. Bei der Laborarbeit können dir technisches Verständnis und gute physikalische, chemische und mathematische Kenntnisse behilflich sein. Auf der anderen Seite solltest du aber auch kein Problem mit der Arbeit im Freien und auf der Baustelle haben – ab und zu muss auch mal gebuddelt werden.

Das bringt dir die Zukunft

Labor (C) jamorluk Pixabay

Als Baustoffprüfer hast du nicht nur einen spannenden Arbeitsalltag, sondern auch aussichtsreiche Karrieremöglichkeiten:

Nach der dreijährigen Ausbildung zum Baustoffprüfer kannst du beispielsweise eine zwei- bis vierjährige Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker Bautechnik absolvieren. Hier führst du dann Aufgaben in der Bauleitung und Bauabrechnung durch.

Bist du im Besitz einer (allgemeinen) Hochschulreife ist auch ein Studium ein vielversprechender Weg, deine Kenntnisse noch wissenschaftlich zu vertiefen. In jedem Falle eröffnet dir ein Studium auch neue Berufsperspektiven. Beispielsweise kannst du an vielen deutschen (Fach-)Hochschulen ein Studium im Bauingenieurwesen absolvieren. Das Studium dauert sechs bis acht Semester und bereitet dich auf die Planung, Konstruktion und Instandhaltung verschiedenster Bauwerke vor. Im Anschluss kannst du bspw. in der Bauplanung und –leitung sowie im Facility-Management arbeiten.

Auf einen Blick

Berufsbezeichnung

Baustoffprüfer/in

Dauer der Ausbildung

3 Jahre

Erforderlicher Schulabschluss

Hauptschulabschluss. Meist empfohlen: Mittlerer Schulabschluss

Schulisches Vorwissen

Physik, Chemie, Mathematik

Ausbildungsvergütung

690 € brutto (1. Lehrjahr) – 1.060 € brutto (3. Lehrjahr)

Einstiegsgehalt

2.000 – 2.800 € brutto

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