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Beruf des Monats: Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in

Untersuchungszimmer mit Kernspintomograph
Bildquelle: https://pixabay.com/de/mrt-kernspintomographie-diagnose-2815637/

"Anfangs hielt ich sie für eine neue Art von Licht. Sicher aber war es etwas Neues, noch Unbekanntes.", schrieb der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen vor gut 120 Jahren über seine Experimente, bei denen er eine unsichtbare Strahlung entdeckte - die heute nach ihm benannte "Röntgenstrahlung". Die Entdeckung der künstlich erzeugten elektromagnetischen Wellen war ein Durchbruch in der Medizin!

Heute ist der Einsatz der Röntgenstrahlen selbstverständlich und andere Verfahren bauen auf dieser Praxis auf. Damals war das "Röntgen" aber eine Revolution: Plötzlich konnte der Arzt Knochen und Organe untersuchen ohne den Körper des Patienten aufzuschneiden. Auch aus diesem Grund erhielt Röntgen 1901 den ersten Nobelpreis der Physik.

 

Heute arbeitet man vor allem mit der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanzthertapie (MRT), bei der keine Röntgenstrahlen eingesetzt, sondern Magnetfelder erzeugt werden. Mit der MRT erstellt man Schnittbilder vom Körper, mit denen sich Gewebestrukturen und –funktionen analysieren lassen. Ein Ziel dieses Verfahrens ist es Krankheiten, körperliche Veränderungen und Verletzungen im Körper zu entdecken.

Wenn von dir schon einmal eine CT oder MRT Aufnahme gemacht wurde, dann hast du wahrscheinlich auch schon einen Medizinisch-technischen Radiologieassistenten getroffen. Dieser hat dann sicher nicht nur die Aufnahmen gemacht, sondern dir auch ausführlich erklärt, wie die Untersuchung abläuft. Der Medizinisch-technische Radiologieassistent ist also sowohl verantwortlich für den Umgang mit den technischen Geräten der Nuklearmedizin, als auch für den Umgang mit den Patienten. Klingt das nicht nach einem spannenden Beruf? - Grund genug also, diesen als unseren Beruf des Monats vorzustellen!

Das machst du während deiner Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung zum Medizinisch-technischen Radiologieassistenten (auch MTRA genannt) findet in einer Berufsfachschule statt. Das bedeutet, dass die Ausbildung nicht vergütet ist, du also keinen Lohn bekommst. Es ist aber möglich, sich um ein Stipendium zu bewerben oder Fördergelder zu beantragen, damit du dich während deiner Ausbildung über Wasser halten kannst. Dass die Ausbildung an einer Schule stattfindet bedeutet nicht, dass du nur Theorie und Formeln lernen musst! Daneben stehen auch Praxiseinsätze und Praktika auf dem Stundenplan.

Der Unterricht in der Berufsfachschule vermittelt dir die Grundlagen, die du für den Beruf des MTRA benötigst. Du musst für diesen Beruf nämlich einiges auf dem Kasten haben: von Berechnungen der Strahlendosis, der Strahlenkunde, über die Grundlagen verschiedener radioaktiver Chemikalien, bis hin zur Anatomie und der Krankheitslehre oder der Nuklearmedizin. Auch Hygiene ist ein großes Thema deiner Ausbildung, schließlich hast du es später in deinem Beruf in der Regel mit kranken Menschen zu tun. Das klingt nach einer ganzen Menge an trockener Theorie? Keine Panik! Du wirst alles Schritt für Schritt lernen und dir so die naturwissenschaftlichen Grundlagen aneignen.

Praxis-Anleitungen und -einsätze sind ein wichtiger Bestandteil deiner schulischen Ausbildung. So wirst du die Arbeit mit dem CT und dem MRT lernen, damit du am Ende deiner Ausbildung weißt, was in den technischen Wunderwerken passiert, wenn du einen Knopf drückst. Du lernst auch mit Hilfe medizinischer Simulationspuppen, wie du Patienten während der Untersuchungen richtig lagerst. Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen kannst du nirgendwo besser sammeln als im Krankenhaus-Alltag. Während der Praxisphase erlebst du die tägliche Routine der MRTA hautnah und darfst unter Aufsicht bereits Tätigkeiten übernehmen. Bei diesen Praxiseinsätzen triffst du auch auf Patienten und bist dabei, wenn sie auf die Untersuchung vorbereitet werden, hilfst beim Anziehen der Schutzkleidung und dem Ausrichten der Geräte.

Das machst du später im Beruf

MTRA an einem Kernspintomographen
Bildquelle: https://pixabay.com/de/mrt-kernspintomographie-diagnose-2813909/

Als MTRA kommst du bei Kernspin-, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz. Für diese Untersuchungen stellst du die technischen Anlagen und Apparate ein und bedienst sie. Du triffst die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen, dokumentierst die Untersuchungen und sorgst für eine sachgerechte Speicherung der Aufnahmen. Die Interpretation der Untersuchungsergebnisse übernimmt der behandelnde Arzt. Deine Aufgabe ist es, fehlerfreie Aufnahmen zu erzeugen.

Du kommst aber nicht nur bei diesen Untersuchungen zum Einsatz. Auch die Strahlentherapie und die Nuklearmedizin zählt zum Einsatzbereich eines MTRA. Eine Strahlentherapie dient der Bekämpfung von Krebserkrankungen. Hier wird mittels radioaktiver Strahlung ein Tumor zerstört und die Kunst liegt dabei, die gesunden Bereiche durch die radioaktive Strahlung nicht zu beschädigen.

Deine verantwortungsvolle Aufgabe ist es also, nach der Anweisung des Arztes millimetergenau die Geräte zu justieren und die Bestrahlungsdauer festzulegen. Die Zusammenarbeit mit dem Patienten ist in diesem Bereich viel intensiver. Viele Patienten vertrauen sich dir mit ihren Sorgen und Ängsten an und nicht selten leistest du neben der medizinischen auch psychologische Unterstützung.

Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen wird der Körper mit radioaktiven, kurzlebigen Substanzen versetzt und mit einer Spezialkamera untersucht. So werden beispielsweise die Funktionen von Organen untersucht. Als MTRA bist du an der Untersuchung beteiligt und dokumentierst die Ergebnisse und den Heilungsverlauf.

Das solltest du mitbringen

Besonders wichtig für den Beruf des MTRA ist, dass du großes Interesse am medizinischen Bereich mitbringst, denn natürlich musst du allerhand medizinische Fachbegriffe lernen. Das bedeutet, dass du ein naturwissenschaftlicher Typ sein und auch Spaß an Fächern wie Biologie und Physik haben solltest.

Da du in deinem Berufsalltag vor allem technische Geräte bedienen wirst, solltest du Spaß an der Arbeit mit Technik haben. Aber auch mit den Patienten wirst du während der Untersuchungen intensiven Kontakt haben. Wichtig ist es deshalb, dass du Freude am Umgang mit Menschen und ein sehr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein hast.

Auch wenn du hauptsächlich das technische Gerät für verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsarten bedienst, solltest du dennoch kein Problem damit haben, Blut und Nadeln zu sehen. Während der Arbeit im Krankenhaus wirst du oftmals schwere Verletzungen zu sehen bekommen, deren Anblick dich nicht erschrecken sollte. Körperliche und psychische Belastbarkeit sind also besonders wichtig für deinen Berufsalltag.

Das bringt dir die Zukunft

Abbildung eines Gehirns mit Hilfe der Magnetresonanztomographie
Bildquelle: https://pixabay.com/de/gehirn-mrt-magnetresonanztomographie-1728449/

Ein großer Vorteil des Berufes des MTRA ist, dass er dir eine sichere Zukunft verspricht. Bildgebende Verfahren sind in der Medizin nicht nur unverzichtbar geworden (und damit auch du als MTRA). Zurzeit gibt es auch kaum genügend Ausbildungsabsolventen, um die Nachfrage zu decken. Du wirst also mit offenen Armen im Berufsleben empfangen. Auch das Einstiegsgehalt kann sich im Vergleich zu vielen anderen Berufen im medizinischen Bereich sehen lassen.

 

 

Auch in diesem Beruf ist es möglich, im Laufe der Berufstätigkeit weiter aufzusteigen. So könntest du zum Beispiel in deiner eigenen Praxis oder in deiner Abteilung als leitende MTRA das ganze Team führen und koordinieren.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Weiterbildungen, mit denen du andere berufliche Wege einschlagen kannst, wie beispielsweise die Weiterbildung zum Techniker für Medizintechnik oder Fachradiologietechnologe für Radioonkologie und Dosimetrie.

Bist du im Besitz einer Hochschulzugangsberechtigung (Fach-Abi oder Allgemeines Abi), kannst du an einer Fachhochschule oder einer Universität einen Studiengang beginnen, der dir ganz neue Berufschancen eröffnet. So könnten beispielsweise der Bachelor of Science Medizintechnik oder der Bachelor of Arts Medizinpädagogik interessant für dich sein.

Auf einen Blick

Berufsbezeichnung

Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre

Erforderlicher Schulabschluss

Hauptschulabschluss. Meist empfohlen: Mittlerer Schulabschluss

Schulisches Vorwissen

Biologie, Physik, Chemie

Ausbildungsvergütung

Unvergütet (schulische Ausbildung)

Einstiegsgehalt

2.000 – 2.500 € brutto

Zum Weiterlesen

- Projektträger - SW_bbw
- Förderer - Förderer WiMi
- Hauptsponsoren - baymevbm
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