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Beruf des Monats November: Mediengestalter*in Digital und Print

Ein Mann und eine Frau sitzen auf dem Boden. Vor ihnen ausgebreitet liegen Farbkarten und verschiedene Entwürfe. Sie lachen in die Kamera
Konzepte erstellen sieht bei jedem Menschen anders aus - bunt wird es allemal! Bild: iStock ID 1183963433

Im Kindergarten warst du immer am Basteltisch?

Oma hat deine ersten Bilder nicht nur eingerahmt, weil sie dich so wahnsinnig lieb hat? 

Zum Geburtstag lösen deine Geschenke Freudentränen aus? 

Wenn die Freunde von einer Idee erzählen, fängst du automatisch an, ein Konzept dazu zu machen?

Dein Journal ist absolut Insta-Worthy?

Dann schau dir mal die Ausbildung als Mediengestalter*in Digital und Print näher an.

Damit kannst du Kreativität zu deinem Beruf machen! 

Das machst du während der Ausbildung

Ist der Ausbildungsvertrag erst einmal unterschrieben, geht der Spaß richtig los: Du verbringst die Hälfte deiner Zeit im Betrieb und lernst dort die praktische Seite deiner Arbeit kennen. Die andere Hälfte findet in der Berufsschule statt – meistens im Blockunterricht. So hast du mehrere Wochen am Stück Schule, dann arbeitest du wieder einige Zeit lang. Was du im Betrieb lernst, ist abhängig von deinen Ausbildern und der Branche.

Die Inhalte in der Berufsschule sind für alle gleich. Hier lernst du erst einmal grundlegendes über die Arbeitswelt: Arbeitsorganisation, Arbeits- und Tarifrecht, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Umweltschutz. Außerdem lernst du die Basics für deinen späteren Beruf: Gestaltungsgrundlagen, Datenhandling und Medienintegration.

Später wählst du eine von drei Fachrichtungen:

  • Beratung und Planung: Du lernst Kommunikation mit Kund*innen, Marketingmaßnahmen, Projektplanung und Konzeption von Medien und Präsentation der Ergebnisse bei den Auftraggebern
  • Konzeption und Visualisierung: Du lernst, Aufträge zu analysieren und auf ihrer Basis Konzepte zu erstellen. Mit Hilfe der Konzepte arbeitest du an der Visualisierung der Entwürfe, entscheidest also, wie diese am Ende aussehen. Du lernst auch, deine Ideen mit den Kund*innen abzustimmen, und sie am Ende mediengerecht auszuarbeiten.
  • Gestaltung und Technik: Du lernst, wie man Arbeits- und Produktionsabläufe plant, die entworfenen Medien produziert und wie man sie dem Kunden, bzw. der Zielgruppe zukommen lässt.

In dieser Ausbildung kannst du deine Interessen verfolgen, und zwar mit den sogenannten „Wahlqualifikationseinheiten“. Je nach Fachrichtung wählst du verschiedene Module aus verschiedenen Bereichen. Eine kleine Auswahl deiner Möglichkeiten:  

Typografische Gestaltung, Musiknotenherstellung, 3-D-Inszenierung, digitale Bildbearbeitung, Designkonzeption, Druckweiterverarbeitung, Fotolabortechnik, Contenterstellung, produktorientierte Gestaltung, audiovisuelle Medienproduktion, Digitaldruck

Hier erlernst du auch den Umgang mit verschiedenen Software-Programmen: Videoschnitt, Bildbearbeitung, 3-D-Zeichnen, Illustrieren und Animieren gehören dazu.

Insgesamt dauert die Ausbildung 3 Jahre, mit (Fach-)Abi oder sehr guten Noten kannst du aber verkürzen – frag im Zweifel bei der für dich zuständigen IHK nach!

Übrigens: Die Ausbildungsverordnung für diesen Beruf befindet sich gerade in der Neuordnung. Das heißt, der Lehrplan wird überprüft und aktualisiert. Wann die neue Version in Kraft tritt, ist leider noch nicht absehbar. Voraussichtlich wird der neue Lehrplan den Fokus verstärkt auf Arbeits- und Projektorganisation sowie audiovisuelle Medien legen, während handwerkliche Fähigkeiten weniger werden. Mehr Infos über die Verordnung gibt es hier.

Quiz zum Beruf

Um dein Wissen rund um Mediengestaltung zu testen, wähle die richtige Antwort aus und drücke auf den Haken rechts unten! Der Smiley rechts von der Frage sagt dir, ob deine Antwort richtig war. Mit einem erneuten Klick auf den Pfeil kommst du zur nächsten Frage. 

Das machst du im Beruf

Ein Mann mit Vollbart steht vor eine Wand voller bunter Farbenflaschen. Vor ihm ist eine Druckerpresser mit vielen Hebeln
Der handwerkliche Teil an den Druckerpressen sollte nicht zu kurz kommen. Bild: iStock ID 1369850811

Als fertige*r Mediengestalter*in bist du der Mensch, der zwischen dem Medium und dem fertigen Produkt steht. Da Produkte im digitalen Zeitalter ungefähr alles sein können, ist der Beruf sehr abwechslungsreich und dein Einsatzgebiet ist abhängig von der Branche, in der du arbeitest.

Eine Auswahl der Produkte, an deren Entstehung du beteiligt bist:

Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Fotos, Videos, E-books, Bilddatenbanken, PDFs, 3D-Modelle, Websites, Logos, Schriften, Social Media Content, Broschüren, Dekorvorlagen und vieles mehr!

Eine Auswahl der Tätigkeiten, die du im Beruf ausüben kannst:

Schriften und Farben auswählen, Texten, Gravurmaschinen und Drucker programmieren, 3D-Grafiken erstellen, dynamische Websites bauen, Stempel konfektionieren, Farbwerte überprüfen, Druckplatten herstellen, Testdrucke durchführen, SEO-Optimieren, Fotografien optimieren, Bilder bearbeiten, analoge Medien in digitale Medien umwandeln, Cross-Media-Publishing, und und und und!

Je nach Fachrichtung sieht dein Arbeitsalltag am Ende ganz unterschiedlich aus. Bei der Richtung Beratung und Planung hast du viel Kontakt zu Kund*innen. Du machst Projektplanung, kalkulierst Angebote und präsentierst Zwischenstände und Ergebnisse. Die Fachrichtung Konzeption und Visualisierung hat den Schwerpunkt auf Gestaltungsvorschläge und der tatsächlichen Designarbeit. Machbarkeitsstudien, Überlegungen zur Zielgruppe der Kampagne und viel Zeit vor dem Zeichenprogramm stehen im Fokus. Bei der Fachrichtung Gestaltung und Technik verbringst du wiederum viel Zeit im "Maschinenraum". Du programmierst, entwirfst Produktionsabläufe, überprüfst die Qualität des fertigen Produkts und bist für Hard- und Software zuständig.

Dein Berufsalltag findet bei Werbeagenturen, Druckereien und Medienherstellern und Verlagen statt, immer mehr auch bei Webhostern, USX-Expert*innen und VR-Firmen.

Ob du vom  Typ her eher Socializer,  Konzeptionsbombe oder PC-Freak bist – als Mediengestalter*in Digital und Print ist für jeden kreativen Kopf was dabei!

Das sollte dich begeistern

Keine Angst vor dem leeren Blatt! Bei diesem Beruf ist deine Fantasie gefragt, genauso wie deine künstlerischen Kompetenzen. Deine Entscheidungen haben Auswirkungen auf die Optik, Lesbarkeit und Ästhetik eines ganzen Produkts – deshalb solltest du ein gewisses Selbstbewusstsein bei deinen Design-Entscheidungen mitbringen. Personen mit Farbenblindheit oder Sehbehinderung sind hier leider nicht so gut aufgehoben – dann wären technische Zeichnungen eher etwas für dich. Außerdem sind eine sorgfältige Arbeitsweise und viel Eigeninitiative gefragt, Teamfähigkeit ist ein Muss! Aber no worries, viele dieser Eigenschaften entwickeln sich in der Ausbildung weiter. Lass dich nicht entmutigen.

Übrigens: Wichtiger, als die Noten in deinem Abschlusszeugnis ist deine Kreativität!  Der beste Weg, um einen Betrieb und den Beruf kennenzulernen ist ein Praktikum – bewirb dich doch einfach mal unter www.sprungbrett-bayern.de 

Und wenn Mediengestaltung nichts für dich ist, check doch unsere anderen Berufe des Monats - da ist bestimmt was dabei!

Deine langfristigen Aussichten

Eine junge Frau steht in einem Maschinenraum. Sie hält ein DinA1-formatiges Papier gegen das Licht und untersucht die Qualität
Kleine Qualitätskontrolle.Bild: iStock ID 1388821873

Dein Beruf kommt so schnell bestimmt nicht aus der Mode! Denn die Medienbranche wächst und wirbelt. Vor allem der digitale Bereich, von 3D über VR bis hin zu Social Media, steht nie still. Aber auch die Druckerzeugnisse halten sich wacker. 

In einem derart lebendigem Arbeitsumfeld kommst du um regelmäßige Anpassungsfortbildungen nicht drum rum. Bild- und Schriftgestaltung, neue Softwareprodukte oder innovative Drucktechniken – du kannst dich problemlos mit deinem Gesellenabschluss fortbilden. Auch umweltfreundliche und nachhaltige Techniken stehen vermehrt im Fokus und wollen von dir gelernt werden!

Willst du höher hinaus? Der Industriemeister: Printmedien, der Meister „Schriftsetzer“ oder die Weiterbildung zum Fachwirt stehen dir offen. Und bringst du ein (Fach-)Abitur mit an den Tisch, kannst du Mediendesign, Multimediatechnik, Kommunikationsdesign, Drucktechnik und vieles mehr studieren. 

Infobox! Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

  • Datenhandling: Der Umgang mit vielen Daten auf einmal - zum Beispiel die Rohdateien nach einem Produkt-Shooting.
  • Medienintegration: Der Prozess, verschiedene Formate in verschiedenen Programmen nutzbar zu machen.
  • Typografie: Gestaltung von Schrift nach funktionalen und ästhetischen Kriterien.
  • Druckweiterverarbeitung: Der letzte Schritt der Printmedienproduktion. Hier wird aus den Seiten ein Buch oder aus den Fotos ein Album.
  • audiovisuell: hörbar und sichtbar zugleich, zum Beispiel bei Videos.
  • SEO: Steht für Search Engine Optimization und sorgt dafür, dass Websiten in Suchmaschinen gefunden werden.
  • Mockup: Grafische Aufbereitung eines Layouts, zeigt das geplante Design eines Mediums.
  • Abmehlen: Getrocknete Farbpigmente lassen sich vom Druck wischen. Das zeugt von schlechter Druckqualität.
  • Farbdefinitionen: Damit Farben in verschiedenen Medien möglichst ähnlich aussehen, gibt es verschiedene "Sprachen", um sie exakt zu benennen. Die bekanntesten sind RGB (Bildschirm), CMYK (Print) und RAL (Wandfarbe).

Auf einen Blick

Berufsbezeichnung

Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, kann verkürzt werden

Erforderlicher Schulabschluss

keine vorgegeben, meist Realschulabschluss erwartet

Schulisches Vorwissen

Kunst, Technik, Informatik

Ausbildungsvergütung

1. LJ: ca 950,- € brutto

 

2. LJ: ca 1.010,- € brutto

 

3. LJ: ca 1.080,- € brutto

Einstiegsgehalt

ab 2.000,- € brutto

weitere Informationen

Aktuelle Praktika zum Beruf

Titel Firma Ort Ausbildung möglich
Einblick in den Beruf des/der Mediengestalters/in HFO Telecom AG Hof 0
Mediengestalter/in Hellfeier Marketing Affairs GmbH Wendelstein 0
Mediengestalter/in Digital und Printmedien Aktiv Druck & Verlag GmbH Ebelsbach 1
Mediengestalter/in FOSSIL (Europe) GmbH Grabenstätt 1
Mediengestalter/-in Druckerei Klein & Hiese GmbH Klingenberg 0
Mediengestalter/in Schöler Druck & Medien GmbH Immenstadt 1
Mediengestalter/in Digital und Print Friends Media Group GmbH Augsburg 1
Mediengestalter/in Digital und Print buttinette Textil-Versandhaus GmbH Wertingen 0
Mediengestalter/in Hama GmbH & Co KG Monheim 1
Praktikum als Mediengestalter Digital und Print wüma GmbH Würzburg 1
- Projektträger - SW_bbw SW
- Förderer - Förderer WiMi
- Hauptförderer - baymevbm
- Kooperationspartner - Kooperationspartner DEHOGA Kooperationspartner BRK Kooperationspartner ISB Kooperationspartner Dachdecker Kooperationspartner Jugendfeuerwehr
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