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Beruf des Monats: Flechtwerkgestalter/-in

Du arbeitest gern mit den Händen und magst Naturmaterialien? Du hast Spaß daran, etwas Eigenes zu entwerfen und dann wirklich zu bauen? Und du hast Geduld, wenn etwas Zeit braucht? Dann ist die Ausbildung zum/zur Flechtwerkgestalter/-in vielleicht genau das Richtige für dich. In unserem Beruf des Monats erfährst du, was dich in der Ausbildung und danach erwartet. 

Der Beruf auf einen Blick

  • Ausbildung: dual, im Handwerk
  • Dauer: 3 Jahre
  • Abschluss: Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer
  • Schulabschluss: Kein Abschluss vorgeschrieben, meist Hauptschulabschluss gewünscht
  • Schulisches Vorwissen: Werken/Technik, Kunst und Mathematik 
  • Material: Weide, Rohr, Rattan
  • Ausbildungsvergütung (ca.): 1. Lehrjahr: 724 € | 2. Lehrjahr: 854 € | 3. Lehrjahr: 977 €
  • Einstiegsgehalt: ca. 2.400 bis 2.700 € brutto pro Monat 
  • Besonderheit: ein sehr seltener Beruf mit nur wenigen Betrieben

Was ist das für ein Beruf?

Als Flechtwerkgestalter/-in bist du Handwerker/-in und Designer/-in in einem. Du entwirfst Körbe, Möbel und Objekte und flichtst sie in Handarbeit aus Weide, Rohr oder Rattan. Dabei entstehen Stücke, die gut aussehen und lange halten, vom Wohnzimmerkorb bis zum Gartenstuhl.

Das machst du während der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ein anerkannter Handwerksberuf. Du lernst im Wechsel in der Werkstatt und in der Berufsschule. Vor Ende des zweiten Jahres steht die Zwischenprüfung an, nach dem dritten Jahr die Gesellenprüfung. Wenn du Teilzeit machen möchtest, ist das möglich, dann dauert die Ausbildung höchstens 4,5 Jahre.
 

In der Berufsschule lernst du, welche Materialien sich für welchen Zweck eignen, wie man Entwürfe zeichnet und Verkaufspräsentationen plant. Du planst runde, ovale und eckige Körbe, baust Rahmengeränge und bearbeitest Aufträge nach Kundenwunsch. Daneben gibt es allgemeine Fächer wie Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels ist die einzige ihrer Art in Deutschland.


Im Betrieb lernst du die Arbeit mit den Händen. Du bereitest Flechtmaterial vor, schneidest es zu, biegst es und flichtst daraus Körbe, Möbel und Objekte. Du lernst, Werkzeuge und Schablonen zu benutzen, Oberflächen zu behandeln und Kunden zu beraten. Je nach Betrieb spezialisierst du dich auf Korbwaren, Flechtmöbel oder Flechtobjekte.
Mit der Zeit bekommst du mehr Verantwortung und darfst eigene Stücke von der Idee bis zum fertigen Produkt betreuen.

Das machst du im Beruf

Im Beruf bist du Allrounder/-in. Du berätst Kunden und findest heraus, was sie sich vorstellen. Du zeichnest Skizzen, baust Modelle und Schablonen und flichtst das fertige Stück. Zum Schluss beizt, färbst, ölst oder lackierst du die Oberfläche. Außerdem reparierst und restaurierst du alte Körbe und Möbel. Manchmal bietest du deine Arbeiten auf Märkten an und zeigst vor Ort, wie man flechtet.


Dein Tag beginnt in der Werkstatt. Die Weiden liegen schon im Wasser, damit sie biegsam werden. Heute steht ein Kundenauftrag an, ein Wäschekorb nach Maß. Du misst nach, zeichnest eine Schablone und beginnst mit dem Boden. Stab für Stab entsteht die Form. Am Nachmittag restaurierst du einen alten Stuhl, den eine Kundin gebracht hat. Am Ende des Tages siehst du genau, was du geschafft hast: Es steht fertig vor dir.

Das sollte dich begeistern

  • Handwerkliches Geschick: Du flichtst jedes Stück von Hand. Dafür brauchst du Fingerspitzengefühl und Ausdauer.
  • Kreativität und Formgefühl: Du entwirfst eigene Formen, Muster und Farben und überlegst, wie ein Stück später aussehen soll.
  • Geduld und Sorgfalt: Ein Korb wächst Stück für Stück. Genaues Arbeiten zahlt sich aus.
  • Offenheit für Neues: Der Beruf ist selten. Für die Ausbildung musst du vielleicht in eine andere Stadt ziehen. Dafür lernst du ein Handwerk, das nur noch wenige beherrschen.

Deine langfristigen Aussichten

Nach der Ausbildung arbeitest du zum Beispiel in einer Korbmöbelflechterei oder in einer Reparaturwerkstatt für Korbwaren. Du kannst dich weiterbilden und zum Beispiel die Meisterprüfung im Korb- und Flechtwerkgestalter-Handwerk machen, um mehr Verantwortung zu übernehmen. Auch eine Weiterbildung zum/zur Restaurator/-in für Möbel und Holzobjekte ist möglich. Und mit genug Erfahrung kannst du einen eigenen Betrieb gründen.
Weil es nur wenige Betriebe gibt, lohnt es sich, früh Kontakt aufzunehmen und ein Praktikum zu machen.

Neue Perspektiven, Unterstützung bei der Arbeit und Nachwuchsförderung - Es gibt zahlreiche Vorteile für Unternehmen, wenn sie ein Praktikum anbieten